Direkte Demokratie digital: Vertrauen, Machtfragen, Teilhabe
21.02.2026 , Aktionshalle
Sprache: Deutsch

Daniel Graf (Stiftung für direkte Demokratie), Rahel Estermann (Digitale Gesellschaft) und Patricia Schafer (Avenir Suisse) diskutieren auf dem Podium, wie E-Collecting nach dem «Unterschriften­bschiss» Vertrauen, Privatsphäre, Transparenz und Effizienz stärken kann. Sie beleuchten Machtverschiebungen, staatspolitische Fragen wie nötige Unterschriftenzahlen und klären, welche Leitplanken nötig sind, damit E-Collecting die Teilhabe an der Demokratie stärkt. Moderation: Thomas Knellwolf, Reporter Tamedia Recherchedesk.


Die Demokratie weiterzuentwicklen mit E-Collecting ist dringend nötig, seit das Vertrauen aufgrund des «Unterschriftenbschiss» gelitten hat. Im Podium diskutieren wir, wie E-Collecting Vertrauen und Privatsphäre des Unterschriftensammeln stärken kann. Wie Transparenz und Effizienz für alle ein Gewinn sein können - und wie sich die Digitalisierung des Unterschriftensammeln auf die direkte Demokratie in der Schweiz auswirken könnte: Wer sammelt in Zukunft wie Unterschriften? Wie verändert E-Collecting die Machtverhältnisse? Braucht es staatspolitische Begleitmassnahmen? Das Podium bringt unterschiedliche Perspektiven zusammen: Daniel Graf (Stiftung für direkte Demokratie) und Rahel Estermann (Digitale Gesellschaft) stehen für ein E-Collecting ein, dass die Grundrechte, die Transparenz und die Teilhabe an direkter Demokratie stärkt. Sie erläutern, warum gerade nach den Unterschriftenfälschungen der letzten Jahre und trotz dem angeschlagenen Vertrauen in digitale Lösungen E-Collecting die richtige Antwort ist. Patricia Schafer (Avenir Suisse) unterstützt E-Collecting, plädiert aber aus staatspolitischen Gründen für eine Erhöhung der nötigen Unterschriftenzahl, um die gesunkene Sammelhürde im digitalen Raum auszugleichen.
Moderation: Thomas Knellwolf, Reporter Tamedia-Recherchedesk. Er befasst sich mit den Themen Justiz, Nachrichtendienste und Sicherheit. Zusammen mit Markus Häfliger enthüllte Thomas Knellwolf 2024 den „Unterschriften-Bschiss”. Eine Folge der Recherche war, dass das Parlament den Bundesrat beauftragte, einen Versuchsbetrieb für E-Collecting vorzubereiten.

Daniel ist Gründer der Online-Plattform WeCollect, Stiftungsrat der Stiftung für direkte Demokratie und arbeitet als Campaigner für den Verein Public Beta. Er hat verschiedene Initiativen und Referenden mitinitiiert, darunter die Gletscher-Initiative, das erste E-ID-Referendum und die Inklusions-Initiative. Zusammen mit Maximilian Stern schrieb er das Buch «Agenda für eine digitale Demokratie».

Rahel Estermann ist Co-Geschäftsleiterin der Digitalen Gesellschaft und grüne Kantonsrätin in Luzern. Sie ist viel unterwegs, meist für eine bessere Welt und sonst mit dem Zug in die Berge. Ihr Engagement in Politik und Zivilgesellschaft orientiert sich an den Grundrechten, der Menschenwürde und dem Respekt vor der Natur.

Diese(r) Vortragende hält außerdem:

Fellow, Avenir Suisse

Thomas Knellwolf ist Reporter beim Tamedia Recherchedesk, mit Schwerpunkt Justiz, Nachrichtendienste und Sicherheit. Ab 2021 arbeitete er vier Jahre lang als Bundeshaus-Korrespondent, ehe er zum Recherchedesk zurückkehrte, den er mitaufgebaut hatte. Er ist Autor mehrerer Sachbücher, darunter «Enttarnt. Die grössten Schweizer Spionagefälle», erschienen 2024, Im selben Jahr enthüllte er mit Markus Häfliger den «Unterschriften-Bschiss». Die Recherche wurde 2025 mit dem «Swiss Press Award» geehrt. «Unterschriften-Bschiss» wurde auch zum Deutschschweizer Wort des Jahres 2024 gekürt.